25.2., 26.2., 27.2., …. 6.3., 7.3., 8.3.: Weltfrauentag!

… so lange habe ich gebraucht, um zu überlegen, ob ich mich hier outen soll. Aber heute am Weltfrauentag mache ich es einfach! Es passt zu gut.

Man liest doch immer wieder, wie wahnsinnig wichtig Role Models sind (das hieß früher mal „Vorbilder“), die anderen Mut machen – Mut, zu seinen Schwächen zu stehen und sich nicht dafür zu schämen. Ich offenbare Euch jetzt etwas sehr, sehr Peinliches, was aber sehr, sehr spaßig ist. Wie so oft haben die Angelsachen dafür einen wunderbaren Begriff. Sie nennen das ein „guilty pleasure“, was definitiv besser klingt als „schuldiges Vergnügen.“

Mein „guilty pleasure“ ist eine TV-Castingschow. Im Februar ist sie gestartet und ich habe schon zwei Mal schwere intellektuelle Ausrutscher gehabt und sie mir angeschaut. Die Männer-Ausgabe von GNTM – für alle, die es noch nicht wissen: Es gibt jetzt auch Germanys Next Top MALE Model. Und ich muss sagen: Es ist wunderbar! Es ist nämlich unbeschreiblich weiblich.

Der Kampf um die Gleichberechtigung ist definitiv gewonnen. Strike! Diese Jungs ziehen nicht nur GNTM-üblich blank, sie ziehen gleich. Wobei sie, auch das muss ich einräumen, die Mädels dabei fast überholen. Sie blamieren sich nämlich noch viel schöner: kreisch, kreisch, heul, heul, huch, huch, zeter, zeter … Drama, Baby, Drama. Und wenn das aus einem Body kommt, der sein Leben beim Krafttraining im Fitness-Studio verbracht hat und/oder ein tattoo-gestochen scharfes Gesamtkunstwer ist, dann ist das an Absurdität und Komik einfach nicht zu überbieten.

Die GNTM-Männerausgabe zeigt deutlich: Das Selbstbestimmungsgesetz ist komplett überflüssig. Geschlechterunterschiede lösen sich auf dem Laufsteg und im Modelhaus von Mama Heidi von ganz alleine auf.

Das ist natürlich frustrierend für alle, die sich seit Jahrzehnten mit dem Thema Gleichberechtigung und Co seriös beschäftigen – psychologisch, soziologisch, kulturell oder naturwissenschaftlich. Was eine Zeitverschwendung! Da kommt unsere fröhliche Heidi, schwenkt ihre blonden Extensions und zeigt ganz locker, wie sie ihre Ziegen-Peters zum Affen machen und sich dafür von ihnen auch noch bejubeln lassen kann. Denn logo, auch die Jungs bekommen hysterisch Schnappatmung, wenn Heidi ihnen ihr Foto gibt, ergänzt um einen ihrer fachkompetenten Kommentare: „Du warst so confident bei deinem Walk.“

Heidi! Deine Welt sind nicht nur die Berge und der Laufsteg. Für mich bist du die neue Ikone eines zeitgemäßen Feminismus.